10 häufig gestellte Fragen zum Thema Photovoltaik

1.)  Ist mein Dach für eine Solarstromanlage geeignet?

Die Strahlungsintensität in Deutschland ist in allen Regionen des Landes groß genug, um Photovoltaikanlagen sinnvoll zu betreiben.

Grundsätzlich können Photovoltaikanlagen überall dort installiert werden, wo ausreichend Licht hinfällt. Einen optimalen Ertrag bietet eine südorientierte Fläche mit etwa 30° Neigung. Eine Abweichung nach Südwest/Südost oder Neigungen zwischen 10° und 60° verringern den Energieertrag nur geringfügig. Auch Flachdächer sind in der Regel geeignet. Hier werden die Module aufgeständert, um den Neigungswinkel zu optimieren. Inzwischen gibt es Leichtbausysteme, welche nur sehr geringe Dachlasten von weniger als 20 kg/m² benötigen.

Die Belegung von durch Bäume, Nachbarhäuser, Antennen o.ä. verschatteten Flächen sollte vermieden werden, da Verschattungen den Energieertrag deutlich reduzieren können, auch wenn die Module inzwischen Bypassdioden integriert haben, um den Einfluss eines verschatteten Moduls auf den kompletten String zu vermeiden.

Wichtig ist auch die geeignete Eindeckung des Daches. Bei Dächern mit Kunstschiefer- oder Welleterniteindeckung, die vor dem Jahr 1990 eingedeckt worden sind, kann es sich um asbesthaltiges Material handeln. Die Belegung solcher Flächen mit Solaranlagen ist gesetzlich verboten. Fragen sie im Zweifelsfall Ihren Dachdecker. Alternativ können wir für Sie auch eine Materialprobe beim TÜV durchführen lassen.

Bei einer dachparallelen Montage beträgt die Dachlast etwa 15 kg/m².

Das Dach sollte über eine nutzbare Fläche von mindestens 20m² verfügen.

Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne und erstellen eine individuelle Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

 

2.)  Aus welchen Komponenten besteht eine Solarstromanlage?

Eine Solarstromanlage besteht im Wesentlichen aus den Modulen auf dem Dach und einem Wechselrichter, der den produzierten Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom umwandelt. Der Wechselrichter benötigt im Einfamilienhaus in der Regel ca. 1 m² ebene tragfähige Wandfläche und sollte an einem kühlen und trockenen Ort installiert werden.

Zwischen den Modulen und dem Wechselrichter und zwischen dem Wechselrichter und dem Zählerschrank müssen Kabel verlegt werden.

Im Zählerschrank wird bei einer Nennleistung von bis zu 10 kWp lediglich der vorhandene Bezugszähler durch einen Zweirichtungszähler ersetzt. Bei größeren Anlagen muss zusätzlich ein Zähler für die PV-Anlage installiert werden.

 

3.)  Was bedeutet überhaupt kWp und MPP? ↑ nach oben

Die Abkürzung kWp steht für kilo Watt peak. Ein kWp entspricht 1.000 Wp. Mit diesen Einheiten wird die Nennleistung eines Moduls oder einer kompletten Solarstromanlage angegeben. Das englische Wort peak bedeutet Spitze oder auch Höchstlast. Diese Nennleistung wird bei STC (standard test conditions)- Bedingungen gemessen. Diese Bedingungen beinhalten eine Einstrahlung von 1.000 W/m² und eine Modultemperatur von 25°C und werden in der Praxis nur sehr selten erreicht.

MPP steht für maximum power point und beschreibt den Punkt maximaler Leistung auf der Strom-Spannungs-Kennlinie des Moduls. Diese Kennlinie ist abhängig von Strom, Spannung und Temperatur der Module.

Ein Wechselrichter hat einen (oder auch zwei) so genannten MPP-Tracker, die auf der Modulkennlinie den optimalen Punkt suchen, so dass der Wechselrichter die größtmögliche Leistung umwandeln kann.

Da der MPP-Tracker nur innerhalb eines festgelegten Spannungsfensters arbeitet, ist die Auswahl und Auslegung des Wechselrichters durch einen Fachmann unerlässlich.

Bei unterschiedlichen Neigungen und Ausrichtungen von Solarmodulen müssen immer separate MPP-Tracker bzw. Wechselrichter eingesetzt werden.

 

4.)  Wie viel Energie erzeugt eine Solarstromanlage?

Mit kristallinen Modulen benötigt man ca. 7m² für eine Nennleistung von 1 kWp. Damit lässt sich pro Jahr je nach Neigung und Ausrichtung ein Ertrag zwischen 700 und 1.000 kWh erzeugen.

Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus hat einen jährlichen Bedarf von ca. 4.000 kWh, so dass Sie mit einer 5kWp-Anlage bereits rechnerisch autark werden können.

 

5.)  Kann die Energie auch selbst genutzt werden, um steigenden Strompreisen entgegen zu wirken? ↑ nach oben

Ja, die Energie kann auch direkt vor Ort verbraucht werden. Die Energie wird zunächst in die Unterverteilung des Hauses geschickt. So wird ein Teil des Stroms bereits verbraucht, bevor er ins Netz eingespeist wird und Sie müssen entsprechend weniger bei Ihrem Stromanbieter beziehen.

Zusätzlich sind bereits Energiemanagement-Systeme verfügbar, die einzelne Verbraucher gezielt ansteuern können.

Darüber hinaus gibt es auch Speichersysteme, die tagsüber geladen werden und bei Nacht die gespeicherte Energie wieder abgeben. Sollten Sie Interesse an einem Speichersystem haben, sprechen Sie uns gerne an!

 

6.)  Wie hoch ist die Lebensdauer einer Solarstromanlage?

Auch wenn die Vergütung „nur“ über 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr gezahlt wird, ist die zu erwartende Lebensdauer noch höher. Bei den Modulen kann man von einer Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren ausgehen. Seitens der Hersteller gibt es sogar eine Leistungsgarantie über 25 Jahre.

Der Wechselrichter muss ggfs. während der Laufzeit repariert oder getauscht werden. Bei den von VIVA Solar verwendeten Anbietern ist entweder eine zeitnahe Reparatur durch uns als Service-Partner möglich oder Sie erhalten ein günstiges Austauschgerät, so dass im Schadensfall kein neuer Wechselrichter gekauft werden muss. Die Kosten hierfür nennen wir Ihnen auf Anfrage gerne.

 

7.)  Wie hoch sind die laufenden Kosten? ↑ nach oben

Solarstromanlagen sind sehr wartungsarm. Die Betriebs- und Wartungskosten sind daher sehr gering.

Das Wichtigste ist die Beobachtung des Wechselrichters und das regelmäßige Ablesen des Stromzählers, damit Sie eine Störung, so selten diese in der Praxis auch auftritt, frühzeitig erkennen.

Um die Kosten für mögliche Schäden abzudecken, empfehlen wir Ihnen den Abschluss einer speziellen Versicherung. Gerne nehmen wir Ihre Anlage auch in unseren Rahmenvertrag für Qualitätserrichter auf, mit dem wir Ihnen sehr gute Konditionen bieten können.

 

8.)  Muss ich meine Anlage reinigen?

Staub und Schmutz auf den Solarmodulen werden in der Regel in ausreichendem Maße durch Schnee und Regen entfernt. Aber auch hier ist die regelmäßige Beobachtung ein wichtiges Kriterium. Wenn sich in unmittelbarer Nähe große landwirtschaftliche Betrieb oder andere Schmutzquellen befinden, ist ggfs. auch mal eine  Reinigung der Module notwendig.

Verwenden Sie kein reines Leitungswasser. Dieses enthält in der Regel viel Kalk, der sich auch den Modulen absetzt. Gerne können Sie bei uns einen Reinigungszusatz erwerben, den Sie mit Leitungswasser mischen können. Noch einfacher ist es, wenn Sie eine Regenwassertonne oder Zisterne haben und das Regenwasser nutzen können. Bei großen Anlagen muss evtl. eine Fachfirma die Reinigung vornehmen. Sprechen Sie uns im Bedarfsfall einfach an.

 

9.)  Wie ist eine Photovoltaikanlage steuerlich zu betrachten? ↑ nach oben

nach derzeitigem Stand (Januar 2013) gelten folgende Bedingungen:

Grundsätzlich gelten Sie als Betreiber einer Solarstromanlage vor dem Finanzamt als Unternehmer und sind damit umsatzsteuerpflichtig. Das bedeutet einerseits, dass Sie nach der Installation einer Solarstromanlage die Umsatzsteuer für die komplette Investition zurück erstattet bekommen. Auf der anderen Seite bezahlt Ihnen Ihr zuständiges Energieversorgungsunternehmen die Vergütung zzgl. Umsatzsteuer, die dann wieder an das örtliche Finanzamt abgeführt werden muss.

Im Privathaushalt beträgt der Umsatz pro Jahr weniger als 17.500,- EUR, wodurch Sie auch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen können und von der Umsatzsteuerpflicht befreit werden.

Die Investition in eine Photovoltaikanlage können Sie 20 Jahre lang linear abschreiben. Außerdem kann der Zinsaufwand für ein ggfs. benötigtes Darlehen steuermindernd geltend gemacht werden.

Auf der anderen Seite müssen Sie die jährlichen Einnahmen auch bei Ihrer jährlichen Einkommensteuererklärung angeben (Anlage G).

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein Investitionsabzugsbetrag von bis zu 40% der Anschaffungskosten in Anspruch genommen werden.

Zu weiteren Fragen bitten wir Sie, sich an Ihr örtliches Finanzamt oder einen Steuerberater zu wenden.

 

10.)  Welche Gesetze, Normen und Richtlinien sind zu beachten?

Hier ein Auszug aus den zu beachtenden Normen, der bereits erkennen lässt, dass für die Installation einer PV-Anlage nur ein spezialisierter Fachbetrieb in Frage kommt:

Als bauliche Anlage gelten zunächst alle Normen und Richtlinien des Baurechts sowie die Unfallverhütungsvorschriften der BG Bau (Unfallschutz bei Arbeiten in Höhen).

Des weiteren gelten folgende VDE-Normen:

VDE 0100: Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1.000Volt
VDE 0100-600 (IEC 60364-6): Prüfung elektrischer Anlagen
VDE 0100-712: Solar-Photovoltaik-(PV)-Stromversorgungssysteme
VDE 0105-100: Betrieb von elektrischen Anlagen
VDE 0126-23 (DIN EN 62446): Netzgekoppelte Photovoltaik-Systeme – Mindestanforderungen an Systemdokumentation, Inbetriebnahmeprüfung und wiederkehrende Prüfungen

VDE 0160 (DIN EN 50178): Ausrüstung von Starkstromanlagen mit elektronischen Betriebsmitteln
VDE 0298-4: Verwendung von Kabeln und Leitungen für Starkstromanlagen
DIN 1055: Statik (Wind- und Schneelasten)
VDE 0185-305 (DIN EN 62305): Blitzschutz

VDEW Richtlinie „Eigenerzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“
gilt für alle Standard-Anlagen ohne separaten Trafo
TAB (Technische Anschlussbedingungen)
BDEW Richtlinie „Eigenerzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz“
falls die Anlage über einen Trafo direkt an ins Mittelspannungsnetz einspeist (10 oder 20kV)

Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks

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